Das war spitze! – TV-Erinnerungen (1) Dalli-Dalli und der Denver-Clan

Im Vorfeld der Ausstellung „Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung“ erinnern sich auf unserem Blog Menschen an ihre TV-Erlebnisse. Den Anfang macht Bernahrd Purin, Direktor unseres Museums und bekennender Denver-Clan-Fan.

Deutschland in den 1980er-Jahren: Ein geteiltes Land. Familien sind auseinander gerissen, Freunde sind einander entfremdet, eine Nation ist gespalten. Nein, hier geht es nicht um die Berliner Mauer. Die alles trennende Frage lautete damals schlicht: Dienstag oder Mittwoch?

Dienstags lief „Dallas“ in der ARD und mittwochs „Der Denver-Clan“ im ZDF. Das polarisierte, das zwang zum Bekenntnis, denn man konnte nicht gleichzeitig Fan der intriganten Südstaatler-Familie Ewing und der machtbesessenen Familie Carrington aus dem Bundesstaat Colerado sein.

Ich gehörte damals zur „Denver-Clan-Fraktion“, denn J.R. Ewing mit seinem Cowboyhut war mir zu läppisch, Miss Ellie zu bieder und – da können selbst Dallas-Fans schwer dagegen argumentieren – Bobby Ewing war ein Weichei.

Deshalb freue ich mich nicht ganz ohne Häme darüber, dass es die rülpelhaften Ölmagnaten aus Texas nicht, die mit allen Wassern gewaschenen Carringtons aus Denver hingegen schon in unsere nächste Ausstellung „Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung“ geschafft haben.

Zu verdanken haben sie ihren Auftritt in München einer Leidenschaft Blake Carringtons, der bekennender Fan von Hans Rosenthal und seiner Quizshow „Dalli-Dalli“ war. Dalli-Dalli-Fan Blake hatte sich Karten für eine Liveausstrahlung der Show aus München besorgt. Kurz vor dem Abflug nach Deutschland verschwinden die Karten jedoch plötzlich, wohl irgendwo versunken im Sumpf innerfamiliärer Intrigen der Carringtons.

Wer hat Blakes Dalli-Dalli-Karten an sich genommen? Wird er sie wieder bekommen? Wird er als Zuschauer an der Quiz-Show teilnehmen können? Wird er gemeinsam mit hunderten weiteren Fans „Das war spitze!“ rufen können? Diese und viele andere Fragen beantworten wir ab 13. April 2011 in unserer neuen Wechselausstellung „Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung“. Und wer nicht solange warten will, kann das Geheimnis der verschwundenen Karten als kleinen Vorgeschmack auf unsere Reise durch über vier Jahrzehnte deutscher Fernsehgeschichte hier lüften:

Die Ausstellung „Das war spitze! Jüdisches in der deutschen Fernsehunterhaltung“ ist von 13. April bis 6. November 2011 im Jüdischen Museum München zu sehen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
www.jüdisches-museum-muenchen.de

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