Rückschau – das Jahr 2015 im Jüdischen Museum München

Wir verabschieden das Jahr 2015 mit einem kleinen Rückblick auf die besonderen Momente in unserem Museum und wünschen den Besucherinnen und Besuchern unseres Hauses ein glückliches neues Jahr.

Zu Jahresbeginn konnte man mit der Ausstellung “Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914-1918″ noch bis Ende Februar in die Erlebnis- und Erfahrungswelt jüdischer Soldaten und Ihrer Familien in den Jahren 1914-1918 eintauchen.

Dabei spielte der begeisterte Patriotismus vieler jüdischer Deutscher im August 1914 genauso eine Rolle wie der Kriegsalltag und der wachsende Antisemitismus in den Jahren des Krieges.

Im Studienraum blickte der Besucher in eine „Kultur am Abgrund: Jüdisches Leben am Tegernsee 1900-1933” – zeigte anhand von Fotos und Dokumenten aus dem Literaturarchiv der Monacensia wie das kulturelle Leben im Tegernseer Tal um die Jahrhundertwende aussah und wie sich das scheinbare Idyll durch den Machtantritt der Nationalsozialisten als Täuschung erwies.

Ab März drehte sich vieles im wahrsten Sinne des Wortes um schwarze Scheiben. Mit „Jukebox. Jewkbox! Ein Jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl“ kamen nicht nur Fans der Ramones und Amy Winehouse auf Ihre Kosten. Die Rock-Ola-Musicbox im Foyer hielt mit 120 Titeln die gesamte Bandbreite jüdischer Musikgeschichte bereit.

JUKEBOX. JEWKBOX! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl from Jüdisches Museum München on Vimeo

Übrigens: Die Ausstellung zieht weiter und ist ab 18. Februar 2016 im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu sehen.

http://www.mfk-frankfurt.de/jukebox-jewkbox/

Zwölf Studierende des Instituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie der LMU München begaben sich im Sommer 2014 auf eine ethnographische Spurensuche durch Europa. Das Ergebnis ihrer Forschungsreisen in sieben ausgewählte Städte ist ein facettenreiches Kaleidoskop an Phänomenen, Akteuren und Orten, das atmosphärisch verdichtet seit Juli 2015 in der Ausstellung nachgezeichnet wird. “Jüdisches Europa heute. Eine Erkundung“ ist noch bis 14.02.2016 bei uns zu sehen.

"JÜDISCHES EUROPA HEUTE. EINE ERKUNDUNG." from Jüdisches Museum München on Vimeo

„Wissen Sie wer Julius Spanier war?“ beleuchtet das Leben des Münchner Arztes, Philantropen und ehemaligen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in der Zeit von 1880-1959. Interessierte Besucher können seinem bewegten Leben noch bis Mitte Februar 2016 nachspüren.

Im Juli feierte Galerist Richard Grimm und Gründer des ersten privaten Jüdischen Museums in der Maximilianstraße seinen 70. Geburtstag mit einem Empfang im Jüdischen Museum. Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers gratulierte und mit ihm das Team des Jüdischen Museums.

Mitte Oktober konnten Nachtschwärmer während der Langen Nacht der Münchner Museen im Jüdischen Museum zu den von DJ Heiner Hendrix ausgewählten Songs aus der Ausstellung „Jukebox. Jewkbox!“ in musikalischen Erinnerungen schwelgen. Passende Bildimpressionen zeigten die Medienkünstler Saba Bussmann und Horst Konietzky an der Außenfassade des Museums.

Am 9. November 2015 bekräftigen das Jüdische Museum München und sein Tagungsgast, das ICOM-Komitee von Gedenkstätten für Opfer staatlicher Gewalt http://network.icom.museum/icmemo/ mit einer Lichtinstallation an der Fassade: München ist bunt!

„Wo ist das verschollene Gemälde?“ fragte die #kunstjagd im Frühjahr 2015 mit einer Livesuche rund um ein verschollenes Gemälde des Künstlers Otto Th. W. Stein, dem über 30 Menschen ihr Leben verdanken. Im Foyer des Jüdischen Museums München feierten das Zwillingsgemälde und das gesuchte Bild ein Wiedersehen nach 77 Jahren.

http://kunstjagd.com/

Der Film zur #kunstjagd in der Mediathek des Bayerischen Fernsehens:
http://www.br.de/mediathek/video/video/wo-steckt-das-verschollene-gemaelde-100.html

Unsere nächste Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ wirft bereits am Ende des Jahres ihre Schatten voraus. Für diese Ausstellung werden wir ein eigenes Bier brauen und herausfinden, was der Brauerstern, insbesondere der Zoigl, mit dem Davidstern zu tun hat Wir werfen auch einen Blick über den Teich, wo Hermann Schülein in der Emigration die Liebman Brewery in New York mit ihrer Biermarke „Rheingold“ zu einer der größten Brauereien in den USA machte.

Wir freuen uns auf ein spannendes Ausstellungsjahr 2016!

Das Team des Jüdischen Museums München wünscht allen Besuchern einen guten Start in ein glückliches und gesundes Jahr.

Neugierig geworden?
Unsere Publikationen zu den Ausstellungen finden Sie hier:

http://www.juedisches-museum-muenchen.de/publikationen

Hinterlasse eine Antwort

*