Ein Münchner Biergarten in Jerusalem

Der neue Biergarten beim alten Jerusalem Bahnhof (Foto: Michael Horton)

Seit einigen Tagen gibt es einen Münchner Biergarten mitten in Jerusalem. Moshe „Roger“ Mor, ein Teilhaber des Herzl Beer Workshops, der gemeinsam mit der Münchner CREW Republic das Bier zu unserer aktuellen Ausstellung (wir haben darüber berichtet) gebraut hat, ist der Initiator. Inspirieren ließ sich Roger wohl von seinem Besuch in München anlässlich unserer Ausstellungseröffnung im April.

Der Biergarten befindet sich beim alten türkischen Bahnhof von Jerusalem in der Rehov David Remez und damit ergibt sich ein weiterer Bezug zu unserer Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“: Einer der Investoren der Eisenbahn im damals zum Osmanischen Reich gehörenden Palästina war Baron Maurice de Hirsch (1831–1896), ein in Paris lebender Unternehmer und Philantrop. Geboren wurde er als Moritz von Hirsch in München. Sein Großvater Jakob war der erste in den Adelsstand erhobene Jude in Bayern, erwarb 1824 das Rittergut Planegg bei München und errichtete 1836 die erste industrielle Brauerei Bayerns, die Schlossbrauerei Planegg, die bis 1928 im Besitz der Familie von Hirsch war.

Der in Paris lebende Maurice de Hirsch blieb übrigens der Brauerei seiner Familie zeitlebens verbunden: In den 1860er Jahren eröffnete er in der Nähe der Pariser Oper eine Brasserie, in der exklusiv Bier aus der Schlossbrauerei Planegg ausgeschenkt wurde.

Mehr über die Planegger Brauherren von Hirsch erfahren sie in unserer aktuellen Ausstellung, die noch bis 8. Januar 2017 zu sehen ist. Und einen ausführlichen Bericht über den neuen Biergarten in Jerusalem hat Doug Greener in seinem Blog „Israel Brews and Views“ veröffentlicht.

Modell der Schlossbrauerei Planegg in unserer Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ (Foto: Franz Kimmel)

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